Sich kostbar fühlen

Damit du einen weiteren Grund hast, tanzen zu gehen, öffne diese Schachtel. Darin liegt es, das versprochene Kleid, das dir alle Zweifel nehmen soll! Sein Purpurrot stammt von echten Purpurschnecken. Ich beziehe diese sündhaft teuren Pigmente aus Syrien (ein Gramm kostet über 2000 Euro!), sie ergeben ein unvergleichlich flammendes Rot, dessen Faszination einfach alle erliegen.

Ich hoffe, es hilft dir, die Flügel auszubreiten und Triumphe zu feiern. Gedanken, weich wie Samt, kommen dir in diesem Kleid, und genauso so schwer zu zähmen, du wirst sehen.

Aus „Akiras Kleider – Geheimnisvolle Briefe aus Wien“, Brief Nr. 6 – Sich kostbar fühlen

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Der Duft von Zimt

Aus Akiras Kleider, Brief Nr. 10 – Die Sinne schärfen

Meine Kleiderkreationen duften nach Erlebnissen, nach Erinnerungen und fröhlichen Träumen. Ich verwebe die unterschiedlichsten Freuden darin. Ob es der Geruch von Milchreis mit Zimt ist, von einer Almwiese hoch oben in den Bergen oder der Geruch eines herbstlichen Stoppelfeldes – nichts ist zu minder, nichts ist zu großartig. Der Duft von gebrannten Mandeln, von frisch gewaschenen, weißblonden Haaren, der geheimnisvolle Duft in einem Papiergeschäft, Salbeiblätter, Brombeeren, ein frisch gestärktes, weißes Herrenhemd. Oder der brave, schlichte, beruhigende Duft von Nivea – all das kann einem Kleid eine Aura geben, die es einzigartig werden lässt.

(Foto: iStockphoto)

In einem Teich baden

Barfuß lief ich zum Teich und setzte mich unter die Weide. Den Rücken an den Stamm gelehnt, sog ich den Duft der Kräuter ein – Gundelrebe, Lavendel, Malve, Salbei, Thymian und Schafgarbe. Was für ein gewaltiger Geruch aus den Poren dieser Pflanzen strömte und sich in die Nacht schmiegte. Dazu ein Leuchten und Schimmern überall. Meine Augen gewöhnten sich schnell an die Dunkelheit, die nach einer Stunde gar keine mehr war. Ich konnte alles sehen, dabei war der Mond nur ein Viertel voll. Über dem dunklen Wasserspiegel tanzten Millionen winziger, silbriger Mücken oder waren es die Samendächer der Schilfgräser? Dieser hellpudrige Nebel war ein elementares Schauspiel – und ich in der ersten Reihe fußfrei, barfußfrei.

Aus „AKIRAS KLEIDER“, Brief Nr. 11 – In einem Teich baden

(Fotocredit: melpomene/depositphotos)

Ein Kleid in Purpur

Wie ein Himmel voller Möglichkeiten umschmuste mich dieses neue Kleid und schien mir zuzurufen: „Hey, Zeit für Übermut!“ Mir war, als hätte ich zwei Gläser Champagner auf ex gekippt. Schlangenlinien mäanderten den Crêpe de Chine entlang, verschmolzen mit violetten Blüten, um anschließend sacht zu verfließen. Noch nie hatte ich etwas Ähnliches gesehen. Ich konnte nicht still sitzen in diesem Gewand, unmöglich. Sämtlicher Alltagskram erschien winzig und nichtig vor den neuen Traumbildern, die in mir aufstiegen. Ich räumte hastig Geldbörse, Handy, Schlüssel und Brille in eine passende Handtasche, zog ein Paar High Heels an und verließ beinahe fluchtartig das Haus – keine Minute länger hätte ich es zu Hause ausgehalten. So stand ich plötzlich auf dem Gehsteig, ziellos, aber voller Neugier. Die Sonne beglänzte die kaum befahrene Straße, es war heller Nachmittag. Wie hübsch sich der kleine Weg nebenan Richtung Wald bog. Rasch streifte ich die Schuhe ab und spazierte barfuß den Hügel hinauf. Ein Wort von dir flatterte durch meinen Sinn, hattest du nicht letztens von „Tempodrosselung“ gesprochen? Mein Kopfkino kam zur Ruhe – die Gedanken wurden spärlicher. Dann nicht einmal mehr Wörter, sondern nur mehr Konzentration auf die Erde, die meine bloßen Füße berührten. Kleine, rund geschliffene Kiesel, hellbraune, trockenwarme Erde, Gräser, Rindenteilchen. Überdeutlich spürte ich die Unterschiede des Bodens, als legte sich ein Flügel meiner Kindheit behutsam um mich. So ging ich, Schritt um Schritt, an den Waden umzärtelt von den Berührungen des Kleidersaums. Ja, fühlte ich, so will ich leben, ohne Kompromisse – ohne Gedankenwirrwarr!

Aus: AKIRAS KLEIDER, Brief Nr. 7 – Ein Kleid in Purpur

(depositphoto)

Viel Rummel auf der BUCH WIEN 2017

Die BUCH WIEN auf dem Wiener Messegelände war dieses Jahr ein richtiger Publikumsmagnet – es waren tausende Leute gekommen und die  meisten davon kamen auch an unseren Messestand der Edition Summerhill und zeigten sich beeindruckt. Alle unsere Bücher kamen gut an, besonders angetan war man natürlich von AKIRAS KLEIDER, schon allein wegen der ungewöhnlichen Aufmachung, der Größe  und dem plakativen Cover. Ugi, eine junge Mongolin im Kimono, verteilte eine aufwändige Marketing-Aktion -> Briefe auf 120 gr Munken pure in schönen, roten Kuverts mit einzelnen Original-Kapiteln aus dem Briefroman. Wir hoffen, dass viele Besucher auf den Geschmack kommen und weitere Briefe lesen wollen….

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200 Kuverts wurden mit den handgeschriebenen Briefen befüllt….

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Besonders interessierte Besucher durften sich über AKIRAS PROSECCO freuen!

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Unsere hübsche Ugi von hinten im Backstage-Bereich des Wr. Messegeländes…

 

Was erwartet dich?

Als würdest du auf dem Dachboden eine geheimnisvolle Schachtel finden. Du bläst den Staub ab, bindest die Masche auf und findest ein Menge Briefe. Neugierig beginnst du zu lesen. Wer ist Akira? Du setzt dich auf den Rand einer alten Kiste, blätterst von Brief zu Brief und kannst bald einfach nicht mehr aufhören, zu lesen. Du wirst Zeuge einer  ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einer japanischen Schneiderin, die weit mehr kann als nur hübsche Kleider schneidern und einer Anwältin, deren Alltag allzu grau geworden ist. Es ist die Geschichte einer Befreiung.

Auszug aus Brief Nummer Nr. 11 – In einem Teich baden:

„Barfuß lief ich zum Teich und setzte mich unter die Weide. Den Rücken an den Stamm gelehnt, sog ich den Duft der Kräuter ein – Gundelrebe, Lavendel, Malve, Salbei, Thymian und Schafgarbe. Was für ein gewaltiger Geruch aus den Poren dieser Pflanzen strömte und sich in die Nacht schmiegte. Dazu ein Leuchten und Schimmern überall. Meine Augen gewöhnten sich schnell an die Dunkelheit, die nach einer Stunde gar keine mehr war. Ich konnte alles sehen, dabei war der Mond nur ein Viertel voll. Über dem dunklen Wasserspiegel tanzten Millionen winziger, silbriger Mücken oder waren es die Samendächer der Schilfgräser? Dieser hellpudrige Nebel war ein elementares Schauspiel – und ich in der ersten Reihe fußfrei, barfußfrei. Aufatmend befreite ich mich von meinem Nachthemd und glitt in das vom Tag warme Wasser. Wie zärtlich mich das Wasser umfing, weich und mich von meinem eigenen Gewicht befreiend. So ließ ich mich treiben, die Zeit vergessend oder vielleicht sogar eher: begreifend. Der Teich trug mich auf Händen.“