In einem Teich baden

Barfuß lief ich zum Teich und setzte mich unter die Weide. Den Rücken an den Stamm gelehnt, sog ich den Duft der Kräuter ein – Gundelrebe, Lavendel, Malve, Salbei, Thymian und Schafgarbe. Was für ein gewaltiger Geruch aus den Poren dieser Pflanzen strömte und sich in die Nacht schmiegte. Dazu ein Leuchten und Schimmern überall. Meine Augen gewöhnten sich schnell an die Dunkelheit, die nach einer Stunde gar keine mehr war. Ich konnte alles sehen, dabei war der Mond nur ein Viertel voll. Über dem dunklen Wasserspiegel tanzten Millionen winziger, silbriger Mücken oder waren es die Samendächer der Schilfgräser? Dieser hellpudrige Nebel war ein elementares Schauspiel – und ich in der ersten Reihe fußfrei, barfußfrei.

Aus „AKIRAS KLEIDER“, Brief Nr. 11 – In einem Teich baden

(Fotocredit: melpomene/depositphotos)

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